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"Disappear"

On disappearing in the world of the other

Zum Verschwinden in der Welt des Anderen 

„Disaqpear“ blickt auf die persönliche Anordnung von Welt jedes Einzelnen. Wie Fernando Pessoa in seinem “Book of Disquiet” so treffend beschreibt, kann für den einen ein Feld die Welt sein, oder für den anderen die Welt ein Feld. Wir tendieren dazu unreflektiert Strukturen zu wiederholen und wiederherzustellen. Auch in einem neuen Kontext, in einer neuen Umgebung, die nach einer gewissen Anpassung verlangt, ordnen wir unsere Welt nach demselben Prinzip, nach einem unbewussten, inkorporierten Bauplan. Diese strukturelle Starre, wenn sie zu einem Extrem gedacht wird, erschafft aber nicht nur immer wieder die gleichen Probleme und Schwierigkeiten, sondern ermöglicht weder Weiterentwicklung noch reale zwischenmenschliche Verbindungen. Es ist eine Art latenter Narzissmus, der uns alles um uns herum anordnen lässt. Was dabei verschwindet ist nicht der Andere, sondern die Person des Anderen. Man lässt die Bewegung des Anderen zu Hintergrundlärm werden, den Anderen zu einer Projektionsfläche für die eigenen Notwendigkeiten, Anforderungen und Abhängigkeiten. Reaktion auf den Anderen bedeutet nicht notwendigerweise Wahrnehmung, sondern kann vielmehr eine Kategorisierung sein, oder eine Selbstdefinition. 

On disappearing in the world of the other 

„Disaqpear“ looks at the personal order of world of the single individual. As Fernando Pessoa describes so accurately in his “Book of Disquiet”, while for one person a field could be the world, for the other person the world could be a field. We tend to repeat and recreate in an unreflected manner. Even in a new context and a new environment that asks for a certain degree of adaptation, we organize our world according to the same principle: an unconscious, embodied construction plan. This structural rigidity – if taken to an extreme – not only recreates the same problems and difficulties, but also prevents development and real interhuman connections. It is a kind of latent narcissism, that lets us arrange everything around ourselves. The thing that disappears is not the person, it is the individual. The movement of the other becomes background noise, the other person becomes a projection canvas for one's own necessities, requirements and dependencies. Reaction to the other does not necessarily mean perception, but could rather be a categorization or a self-definition.  


Regie,Choreographie,Konzept: Silke Grabinger
Idee, Produktionsleitung: Olga Swietlicka
Choreographie, Tanz, Performance: Matej Kubus, Olga Swietlicka
Musik: Ivan Shopov 

Premiere 6.12.2016 -20:00 - gfk - Gesellschaft für Kulturpolitik OÖ im Central Linz

18.05.2017 - Ursulinensaal, OÖ. Kulturquartier (im Rahmen des Tanzhafen Festivals)

Eine Produktion von SILK Fluegge wird unterstuetzt von Linz Kultur, Land Oberösterreich und dem BKA. Mit freundlicher Unterstützung von der Tabakfabrik Linz, Derida Dance Center und Gesellschaft für Kulturpolitik OÖ.